Natur


nebel

 

gezeugt von licht und wasser
getragen von der luft
schwebt er allgegenwärtig
als nasser grauer duft

jedes kleine fahle licht
setzt ihm die krone auf
erhebt ihn stumm
zur finst´ren eminenz der nacht
in seinen kühlen netzen
verfängt sich rasch dein lauf
mit jedem nerv fühlt du
die undurchsicht´ge macht

den ersten hauch des neuen tages
verhöhnt er lachend
ringt er nieder
doch bringt ihm dieser atemzug
bereits ein vages
gefühl des endes
und verzweiflung kriecht in seine nassen glieder

allmählich immer weiter
weicht er vor seiner mutter aus
verkriecht sich
in den kleinsten ecken
zieht sich zurück in seines vaters haus
das leben
kann sich wieder strecken

 

vielfalt

 

grenzenlose vielfalt
farbenmeer
größe die überwältigt
unvorstellbare macht

und du

bist klein
winzig
den ameisen gleich

doch
ueberlegen
denn
du kannst geniessen

 

 

 

 

 

 

 

 


 

winterspaziergang

 

jeder zug deines atems
hüllt dich
in klirrenden nebel
jede bewegung
möchte erstarren
im zerbrechlichen frost

in dir aber
ist es warm

denn die eisige klarheit
die deine stirn umspielt
lässt dich
die natur
wahrnehmen

 

 

 

 

 

 

 

 


 

gedanken an die sonne

 

die sonne ist fort
doch
noch zeigt das
rosablaue grau
der wolken
ihre nähe

und wenn alles
schwarz ist
sind doch
die bäume grün
die rosen rot
und du
lebst

freue dich
auf den nächsten tag
und sei es nur deshalb
weil sie dann
wieder für dich scheint

 


 

highlands

 

ich möchte dich einatmen
um deine gelassenheit
in meinem blut zu speichern
um mit deiner ruhe
die wirbel des alltags
zu glätten

ich möchte dich einatmen
um das tausendfache grün
zu bewahren
das du so meisterlich
auf der diamantenen leinwand
des himmels
mit dem torfbraunen wasser zeichnest

ich möchte dich einatmen
damit du
ein teil von mir wirst